Landwirtschaft - Quo Vadis?

Über die Zukunft der Landwirtschaft im Allgemeinen sprach Norbert Bleisteiner, der Leiter Landmaschinenschule in Triesdorf beim Agrarforum der Raiffeisenbank Kemnather Land - Steinwald eG. Der bis auf den letzten Platz gefüllte große Veranstaltungssaal der Bank am Kaiserberg bewies das große Interesse der Landwirte zu der rundum gelungenen Veranstaltung.

Vorstand Joachim Geyer, sowie der Landwirtschaftsbetreuer der Bank Christoph Heinl konnten zahlreiche Ehrengäste zu dem informativen Vormittag begrüßen, darunter der leitende Landwirtschaftsdirektor des Amtes für Landwirtschaft in Tirschenreuth Wolfgang Wenisch, der Leiter des Lehr-,Versuchs- und Fachzentrum für Milchviehhaltung Almesbach Helmut Konrad, eine Schulklasse der Höheren Landwirtschaftsschule Almesbach mit ihrem Fachlehrer Matthias Dotzler. Der Leiter der Landmaschinenschule der landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf Norbert Bleisteiner stellte den ersten von zwei Vorträgen an diesem Vormittag unter das Motto "Landwirtschaft - Quo vadis?".

Die Landwirtschaft steht immer öfters im Fokus der Öffentlichkeit, verdeutlichte der Redner eingangs. Er ging dabei auch auf verschiedene Organisationsformen und Institutionen ein, die oftmals auch seit dem Atomausstieg keine geeignete Plattform für ihre Proteste mehr haben und sich nunmehr verstärkter auf die Landwirtschaft konzentrieren. Hinzu kommt, dass wir Deutschen mittlerweile nur noch zehn Prozent unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben, bedauerte Bleisteiner, und so der Kostendruck an die Landwirte immer weiter steigt. Selbst die Engländer, die beim Essen bekanntlich am wenigsten auf eine gesunde Ernährung achten, geben hier noch mehr aus.

Durch die meist notwendigerweise ständig größer werdenden Maschinen und Fahrzeuge entsteht zudem oft leider auch ein Neidgedanke in der Bevölkerung. Dieser wird durch manche Schwarze Schafe, die es wie überall im Leben leider auch hier gibt, teilweise noch verstärkt wird. Durch eine teils zu Recht schärfer werdende Straßenverkehrsordnung, sowie oftmals fehlender wirtschaftlicher Effizienz von zu großen Landmaschinen, wegen beispielsweise zu hohen Dieselverbrauchs oder Reparaturkosten, gilt Gott sei Dank nicht das Motto, je größer die Maschine desto größer der Ertrag, so Bleisteiner. Aber auch innerhalb der Landwirtschaft kommt es manchmal zu Konflikten.

Dies alles beweist, wie sehr die für die Allgemeinheit nach wie vor notwendige Landwirtschaft zum Spielball für gesellschaftliche Interessen jeglicher Art geworden ist. Auch in der Bundespolitik sah der Referent zunehmend keinen verlässlichen Partner der Landwirte mehr. Zentrale Entscheidungen werden immer öfters nach der aktuellen Stimmungslage der breiten Wählerschaft ohne eine fachliche Begründung getroffen. Die Einflussnahme der Landwirte, die gerade mal nur drei Prozent der Bevölkerung ausmachen, schwindet dabei zusehends. Das wirtschaftliche Überleben der Landwirte ist ohne eine objektive und transparente langfristige Abwägung von Vor- und Nachteilen aber nicht mehr gewährleistet, so Bleisteiner.

Am Beispiel der Energiewende zeigte der erfahrene und mit Zahlen sehr gut informierte Referent auf, auf welche Rahmenbedingungen nicht nur bei den Landwirten, sondern auch beispielsweise bei der Bevölkerung Rücksicht genommen werden muss. Er empfahl basierend auf einer Nutzwertanalyse im Bereich der Energie immer für mehrere Alternativen Überlegungen anzustellen und der Energiewende selber mehr Zeit zu geben. So verringern die sogenannten Monstertrassen für Windräder auf der Nordsee mit rund 25 Meter an Breite, deren wirtschaftliche Nutznießer zudem meist Großkonzerne sind, die Flächen vor allem für Waldbesitzer und sorgen in der Bevölkerung ebenso für große Beunruhigung.

Hauptkriterium wird beim Thema Energie am Ende immer die Stromgestehungskosten sein, die auf Jahre für alle Markteilnehmer verlässlich von der Politik kalkuliert sein müssen. Ohne politische Verlässlichkeit wird keine nachhaltige Energiewende realisierbar sein, so der Redner. Aber auch die geplante neue Düngeverordnung, die vor allem aufgrund von Fehlverhaltens von Großlandwirten in Niedersachsen erneut verschärft wird, wirkt sich aufgrund der Bundesgesetzgebung auch auf den Freistaat Bayern aus, wo sofern sich hier an bestehendes Recht gehalten wird, alles in Ordnung war. Am Ende dieser Regulierungswut, bei der wieder sämtliche Interessensgruppen wieder mitreden werden, entstehen zusätzliche Kosten für den normalen Landwirt, was zu einer weiteren Wettbewerbsverschärfung führen wird, prophezeite Bleisteiner.

 

Landwirtschaftsberater Christoph Heinl bedankte sich beim Leiter der Landmaschinenschule der landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf Norbert Bleisteiner, ebenso wie Bankvorstand Joachim Geyer für den interessanten Vortrag.