46 neue Vertreter

Kemnath/ Erbendorf. Insgesamt 46 neue Vertreter wurden in die neue Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Kemnather Land – Steinwald eG gewählt. Aus diesem Grund informierte als Novum bei einer solchen Versammlung Vorstand Robert Haubner über die Geschichte und vor allem den Aufbau und die Besonderheiten einer Genossenschaft. Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner und Oberrevisor Michael Kippes vom Genossenschaftsverband Bayern berichteten über das Prüfungsergebnis und stellten den Jahresabschluss fest.
 
Vorstand Robert Haubner erläuterte eingangs der Versammlung in einem Kurzreferat die Besonderheiten einer Genossenschaft und dem Organ der Vertreterversammlung. Hierbei ging er ganz bewusst auf die Ursprünge der Genossenschaften ein indem er von deren Entstehung im 19. Jahrhundert durch die Gründung von „Darlehensvereinen“ durch Friedrich Wilhelm Raiffeisen berichtete. Oberste Maxime war dabei immer das Schlagwort „Hilfe zur Selbsthilfe“, sowie das „Geld aus der Region für die Region“ zu verwenden. Diese Treue zur Dezentralität und Nachhaltigkeit sorgten auch im Jahre der europäischen Finanzkrise 2008 dafür, dass die Genossenschaftsbanken die Kreditversorgung in ihrem Geschäftsgebiet aufrecht erhalten konnten und vor allem keine staatlichen Hilfen benötigten, betonte Haubner.
 
Der Vorstand zeigte ganz bewusst auf, worin die Unterschiede einer Genossenschaftsbank zu Großbanken und anderen Instituten liegen. Die Mitgliederförderung steht dabei im Mittelpunkt und nicht Wachstum um jeden Preis, betonte der Vorstand. Anhand des Aufbaus einer Genossenschaft zeigte er die Funktionen und Verantwortlichkeiten von Vorstand, Aufsichtsrat und der Vertreterversammlung, dem „Parlament der Genossenschaft“ auf. Was einer nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam, lautete das Fazit des Redners. Nicht die Gewinnmaximierung (Shareholder-Value), sondern der größtmögliche Erfolg für die Mitglieder ist Sinn und Zweck einer Genossenschaft, was so sogar in Paragraph 1 des deutschen Genossenschaftsgesetzes steht.
 
Den Bericht des Aufsichtsrats gab deren Vorsitzender Hubert Kellner. Er informierte, dass das Gremium in sieben Sitzungen über die Entwicklung der Bank umfassend informiert wurde. Er verlas das Prüfungsergebnis des Genossenschaftsverbandes. Dabei lobte er, dass das deutliche Kreditwachstum gesund und organisch gewachsen ist. Die Risikolage der Kreditgeschäfte wurde als geordnet und angemessen bezeichnet. Kellner konnte über keine nennenswerten Forderungsausfälle in den letzten Jahren berichten. Der Oberrevisor des Genossenschaftsverbandes Michael Kippes schlug vor, aus dem Ergebnis wie im Vorjahr eine Dividende von 3,25 Prozent zu zahlen. Die verbleibende Summe wird den Rücklagen zugeführt. Die Vertreter folgten diesem Aufruf gerne nach. Ebenso wurde der Vorstand und der Aufsichtsrat einstimmig entlastet.

Deutliche Kritik übte der Vorstand an der anhaltenden Niedrigzinspolitik. Die Deutsche Bundesbank belastet unsere Guthabensalden mit einem Negativzins zu 0,40 Prozent, das heißt wir zahlen mittlerweile Zinsen dafür, dass wir Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen rutschte sogar ins Minus. Die einfachen Sparer, sowie die Sparkassen und Genossenschaftsbanken bezeichnete Vorstand Geyer als Opfer der EZB-Politik. Der Zins wurde de facto abgeschafft. Die Märkte werden regelrecht mit Liquidität geflutet, kritisierte der örtliche Raiffeisenbankchef. Die EZB setzt aber bei der Reformbereitschaft der maroden Staaten die falschen Anreize. So lag die Zinsersparnis seit dem Jahr 2012 für den spanischen Staatshaushalt bei 21 Milliarden Euro und in Italien gar bei 53 Milliarden Euro. Die Länder mit dem größten Reformstau profitieren also am stärksten von der Niedrigzinspolitik, setzen aber kaum Reformen in Gang.

Ehrung und Verabschiedung von Karl Schieder

Erbendorf/Kemnath/ Waldershof. Mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Raiffeisenverbandes wurde Aufsichtsrat Karl Schieder bei der Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Kemnather Land - Steinwald eG (wir berichteten) verabschiedet. Im wurde für seine 42-jährige ehrenamtliche Tätigkeit in diesem Gremium durch den Oberrevisor des Bayerischen Genossenschaftsverbandes Michael Kippes, sowie durch die beiden Vorstände der Bank Joachim Geyer und Robert Haubner gedankt. Karl Schieder wurde am 19.07.1974 in den Aufsichtsrat der damaligen Raiffeisenbank Steinwald gewählt, erinnerte Kippes. Auch nach den beiden Fusionen im Jahr 1990 mit Waldershof und im Jahr 1999 mit der Raiffeisenbank Kemnath-Neusorg eG stellte sich der gebürtige Gössenreuther bei Erbendorf dankenswerterweise immer wieder zur Verfügung. Im Oktober 2001 erhielt der Geehrte für seine Verdienste bereits die Silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes Bayern, der laut Satzung nunmehr aus Altersgründen aus dem Aufsichtsrat ausschied.


Bild von links: Vorstand Joachim Geyer gratulierte ebenso wie Aufsichtsrat Hubert Kellner dem scheidenden Aufsichtsrat Karl Schieder, der aus dem Händen von Oberrevisor Michael Kippes die Ehrenurkunde erhielt. Ebenso gratulierte Vorstand Robert Haubner.