Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Kemanther Land - Steinwald eG

Kemnath/Erbendorf/Waldershof. Zu ihrer ordentlichen Vertreterversammlung lud die Raiffeisenbank Kemnather Land – Steinwald eG in den großen Raiffeisensaal in Erbendorf ein. Über eine stolze Dividende auf die Geschäftsanteile über 3,25 Prozent können sich seit diesem Abend die rund 7.318 Mitglieder der Genossenschaft freuen, die die Vertreter an diesem Abend einstimmig beschlossen. Hubert Kellner und Martin Wolf wurden als Aufsichtsräte wiedergewählt, Karl Schieder wurde als solcher nach 42 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit würdig verabschiedet. Das komplette Kundenanlage- und Kreditvolumen beläuft sich auf mittlerweile über eine halbe Milliarde Euro.

Aufsichtsratsvorsitzender Hubert Kellner begrüßte im voll besetzten Raiffeisensaal neben vielen Ehrengästen unter anderem die neuen Vertreter, die nach der im letzten Jahr stattgefundenen Wahl das erste Mal einer solchen Versammlung beiwohnten. Nach einem Totengedenken für die verstorbenen Mitglieder und Mitarbeiter ging Vorstand Joachim Geyer auf das Geschäftsergebnis des abgelaufenen Jahres ein. Er freute sich eingangs über 194 neue Mitglieder, die man im letzten Jahr hinzugewinnen konnte. Der Mitgliederstand beträgt zum Bilanzstichtag 7.318 Mitglieder mit knapp 28.000 Geschäftsanteilen. Jede Vierte in unserem Geschäftsgebiet ist Mitglied unserer Genossenschaft, verdeutlichte der Vorstand die Marktdurchdringung der Bank in der Region.
 
Bei der Bilanzsumme knackte die Bank mittlerweile die dreihundert Millionen Euro Marke und liegt somit von insgesamt 273 bayerischen Genossenschaftsbanken im gesunden Mittelfeld. Die Kundeneinlagen belaufen sich auf rund 250 Millionen Kunden, was einer Steigerung zum Vorjahr um 0,50 Prozent entspricht, was den niedrigen Zinsen geschuldet ist. Die Bank kann alle derzeitigen und mittelfristigen Eigenkapitalanforderungen zudem problemlos erfüllen, zeigte sich der Vorstand mit den deutlichen Zuwächsen auf diesem Gebiet zufrieden. Die Kernkapitalquote beläuft sich auf sehr gute 17,50 Prozent und liegt damit deutlich über den Mindestanforderungen. Das erwirtschaftete und versteuerte Eigenkapital hat sich von 9,3 Millionen Euro im Jahr 2008 auf mittlerweile 21,7 Millionen Euro erhöht. Diese Entwicklung ist günstiger als die durchschnittliche Entwicklung der Kreditgenossenschaften in Bayern.
 
Die Kundenforderungen stiegen um 10 Millionen Euro auf 118 Millionen Euro an, was ein sattes Plus von 9,50 Prozent ausmacht. „Beim Kreditwachstum erreichten wir ein doppelt so hohes Wachstum wie der Durchschnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken“, betonte Joachim Geyer (siehe Bild 375, ggf. mit Zitatunterschrift). Angesichts dieser guten Zuwachsrate kann man nicht von der so oft diskutierten Kreditklemme sprechen. Zumindest trifft dies nicht auf unser Haus zu. Unser Antritt ist es, Gelder, die aus unserer Region stammen, in Form von Kreditgewährungen wieder an Investoren und Kunden in der Region zu geben. Somit haben wir mehr als deutlich unter Beweis gestellt, dass wir in unserer Region ein attraktiver und verlässlicher Ansprechpartner rund um Finanzierungen sind.
Die Eigenanlagen der Bank betragen zum Bilanzstichtag rund 150 Millionen Euro und stellen angesichts des anhaltenden Niedrigzinsniveaus die Bank vor eine Herausforderung. Der gesamte Wertpapierbestand wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Es wurden somit keinerlei Bewertungsspielräume genutzt, was unsere Bank auch nicht nötig hat, so Geyer. Diese hält zudem eine Reihe von Beteiligungen, die ebenso stille Reserven aufweisen, der Anteil an einem verbundenen Unternehmen, der hauseigenen Raiffeisen-Markt Waren GmbH, beträgt zudem unverändert 654.000 Euro. Sachanlagen wie beispielsweise in Grundstücke oder Gebäuden sind in Höhe von über 6 Millionen Euro vorhanden. Diese Position ist vor allem geprägt durch die Immobilieninvestitionen in die 100-prozentige Tochter der Raiffeisenmarkt-Waren GmbH.
Das komplette Kundenanlage- und Kreditvolumen, also inklusive der Gelder bei den Verbundpartnern, beläuft sich auf mittlerweile über eine halbe Milliarde Euro und konnte gegenüber dem Vorjahr um 3,50 Prozent gesteigert werden. Auch auf das Geschäftsmodell der Genossenschaftsbanken wirkt sich die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank nachhaltig negativ aus. Das Zinsgeschäft macht rund zwei Drittel des gesamten Rohüberschusses aus, mahnte Geyer. Ein wichtiger Ertragsfaktor für unsere Genossenschaft stellen aber auch die Provisionserträge dar. Da viele Kunden dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Ihrem persönlichen Berater uns als Hausbank nutzen, konnte die ohnehin hohe Provisionsspanne in Höhe von 0,78 Prozent erneut gesteigert werden. Wir liegen damit 20 Prozent über dem Niveau des Durchschnitts der bayerischen Genossenschaftsbanken.
 
Die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer betrug 98 Mitarbeiter, davon 42 in Vollzeit-, 54 in Teilzeitbeschäftigung und 2 Auszubildenden, so der Vorstand weiter. Das erzielte Betriebsergebnis ist zufriedenstellend. Guter Ertrag löst aber auch eine hohe Steuerlast aus, so Geyer leicht schmunzelnd. So beläuft sich allein die Ertragssteuer auf 673.000 Euro, wovon alleine 282.000 Euro an Gewerbesteuern direkt an unsere Kommunen im Geschäftsgebiet fließen. In den letzten drei Geschäftsjahren haben wir knapp eine Million Euro an Gewerbesteuern bezahlt, ein erneut eindrucksvoller Beweis für unsere Leistung als Wirtschafts- und Wertschöpfungsgeber für unsere Region, betonte der Redner. In der Summe ergibt dies einen Bilanzgewinn über rund 525.000 Euro, welcher erneut auf dem Vorjahresniveau liegt.
Joachim Geyer dankte vor allem allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch deren Gemeinschaftsleistung erst dieses Ergebnis zu Stande kam. Er dankte den Verbundpartnern für die Zusammenarbeit, sowie den ehrenamtlichen Mitgliedern des Aufsichtsrates. Ausdrücklich bedankte sich Joachim Geyer beim Aufsichtsratsvorsitzenden Hubert Kellner, welcher sehr viel Zeit und Mühen in seine Aufgabe investier mit sehr viel Augenmaß die Dinge voran zu bringen und immer mit dem Fokus unsere Genossenschaft permanent positiv weiter zu entwickeln, so der Vorstand. Ebenso dankte er den anwesenden Vertretern für die Interessenwahrnehmung der Mitglieder, sowie allen Kunden, die ihrer regionalen Genossenschaft oftmals seit Generationen die Treue halten.
 
Bild links: Vorstand Joachim Geyer gratulierte dem Aufsichtsratsvorsitzendem Hubert Kellner aus Waldershof, sowie Aufsichtsrat Martin Wolf aus Immenreuth zu ihrer einstimmigen Wiederwahl in das Aufsichtsgremium der Genossenschaft, ebenso wie Vorstand Robert Haubner und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Johannes Reger aus Erbendorf.